Alternatives Leichtathletik Sportfest

31 May

Das Wetter wird besser und ganz natürlich wird der Sportunterricht wann immer möglich ins Freie verlagert. Als ich meine Unterrichtsmaterialien durchstöbert habe, bin ich über ein Sportfest-Konzept gestolpert, dass ich als absolut erwähnenswert empfinde. Es handelt sich um ein alternatives Leichtathletik Sportfest, bzw. einen Sportwettkampf für die gesamte Schule, in dem der Stellenwert des Miteinander beachtlich angehoben wird und der Leistungsgedanke durch alternative Messmethoden und Strategiemerkmale relativiert wird.

Ein Sportfest, an dem jeder teilnehmen kann und soll. Außerdem ein Event, bei dem deutlich wird wie durch Mehrperspektivität pädagogisch wertvoller Sportunterricht geschaffen wird.



Die Idee und das Konzept für das alternative Sportfest kommt von Volker Schmalfuß und Christoph Kößler, die auf Volkers Website die Entstehung, die Organisation  und den pädagogischen Hintergrund des alternativen Sportfests schildern. Die Wettkampfstationen und die Wertungen sind so angelegt, dass ein Vergleich zwischen den Klassen eines Jahrgangs aber auch ein Vergleich zwischen den einzelnen Jahrgängen ermöglicht wird. So können die Kleinen gegen die Großen antreten während alle durch den ungewissen Ausgang zu Höchstleitungen motiviert werden. Da die Stationen außerdem auf Mannschaftswertungen angelegt sind, ist jede(r) Schüler(inn) aufgefordert persönliche Bestleistungen zu erbringen. Ganz egal wie sportlich er oder sie sein mag.

Hier sind ein paar Beispielstationen des alternativen Sportfests um einen Überblick zu verschaffen und auf den Geschmack zu kommen:

1. Hochsprung Poker

Fünf SchülerInnen einer Klasse haben jeweils genau einen Sprung über eine selbstgewählte Höhe.

Die gesprungenen Höhen werden addiert (ein Fehlversuch wird mit 0 Punkten gewertet) und mit der erreichten Summe der anderen Klassen der gleichen Jahrgangsstufe verglichen. Der Sieger jeder Klassenstufe erhält 100 Punkte, der 2. 90 Punkte, der 3. 80 Punkte und der 4.-6. 70 Punkte.


2. Geländelauf als Mannschaft

Jede Klassenmannschaft läuft gemeinsam (12 Teilnehmer) eine Geländestrecke von etwa 1000m. In die Wertung jeder Mannschaft kommen nur folgende Platzierungen: der erste, dritte, achte und der zehnte.

Die Zeiten dieser vier Teilnehmer werden addiert und durch vier geteilt. Der Sieger jeder Klassenstufe erhält 200 Punkte, der 2. 180 Punkte, der 3. 160 Punkte und der vierte bis sechste 140 Punkte.


3. Hindernisstaffel

12 SchülerInnen durchlaufen hintereinander eine Hindernisbahn. Alle Zeiten werden addiert und wie oben werden die schnellsten Mannschaften jeder Klassenstufe werden entsprechend mit den meisten Punkten belohnt.

In diesen Beispielen zeigt sich das geschickte System, dass die Vergleichbarkeit innerhalb der Jahrgänge und zwischen allen Klassen der Schule möglich macht. Insgesamt besteht das Sportfest mittlerweile aus über 40 Stationen. Die komplette Sammlung verschicken die Erfinder des alternativen Sportfests auf Anfrage per E-Mail. Um die Anonymität des Internets zu überwinden und ihr Sportfest Konzept mit neuen Ideen weiterentwickeln zu können, läuft dies aber verständlicherweise nur über persönlichen Kontakt. Den E-Mail Link findet ihr auf ihrer oben erwähnten Seite.

Ich finde die Idee absolut gelungen und das Konzept scheint mir so flexibel, dass eigentlich jede Schule dieses Sportfest für sich adaptieren kann.

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2 Responses to “Alternatives Leichtathletik Sportfest”

  1. Schülerleichtathlet 01. Feb, 2013 at 5:46 pm #

    Was soll daran alternativ sein? In einer Leistungsgesellschaft bekommen einzelne Schüler eine Note, nicht aber ganze Klassen.
    Damit werden Leistungsträger demotiviert.

  2. Jonas Schüler 22. Feb, 2013 at 5:46 am #

    Schule ist in erster Linie pädagogische Institution, die junge Menschen auf die Gesellschaft und die sozialen Netze darin vorbereiten muss. Unsere Gesellschaft als solitär leistungsbezogen zu betrachten ist eine unvollständige Sichtweise. Teamwork und soziales Engagement sind als Faktoren für den Bestand unserer Gesellschaft dem Leistungsfaktor gleichzusetzen. Der Sportunterricht besitzt mit einer differenzierten Sportpädagogik die Voraussetzungen alle gesellschaftlichen Aspekte zu erleben und zu trainieren. Es ist daher grob fahrlässig Kindern in der Leichtathletik lediglich den Leistungsgedanken beizubringen. Ebenso fahrlässig wäre es, wenn der Leistungsgedanke ausgeklammert würde.

    Jede Form des Sports kann im Sportunterricht unter verschiedenen Perspektiven unterrichtet werden. Niemand ist weder in der Schule noch im Leben außerhalb der Schule gänzlich Solist und die Note im Sportunterricht besteht (hoffentlich) niemals einzig aus der sportlichen Leistungsfähigkeit des zu benotenden Schülers.

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