Das Irland Projekt – Teil 5, Expertenbesuch und Feedbackkultur

13 Jun

Im letzten Teil zum Irland Projekt schildere ich kurz den Besuch des Iren in unserem Unterricht, beschreibe die Feedbackkultur, die durch die zu Beginn ausgeteilten Materialien entstanden ist, und werde das Projekt insgesamt reflektieren.


Der Besuch des Iren

Zu unser aller Glück hatten wir die Möglichkeit, unser Irland Projekt durch den Besuch eines waschechten Iren abzurunden. Dieser kam im Anschluss an die Hörspielproduktion, was uns die Gelegenheit gab den Gruppen, die ihr Hörspiel bereits aufgenommen hatten, die Aufgabe aufzutragen, Fragen für den Besuch vorzubereiten.
Die Unterrichtseinheit in der er anwesend war, haben wir weitestgehend völlig aus unserer Hand geben können. Er ist zunächst die Themen durchgegangen, die von den SchülerInnen im Zuge der Präsentationen bearbeitet wurden und hat im Anschluss daran ein paar Beispiele Gälisch mit der Klasse geübt. Zu einigen Aspekten Irlands gab es noch über die Inhalte aus den Präsentationen hinaus weitere interessante Informationen. Zum Abschluss des Besuchs konnten die SchülerInnen Fragen stellen, die sie in der vorigen Stunde vorbereitet hatten oder die während des Besuchs aufgekommen waren.
Die Möglichkeit, über diesen Weg ein Stück Authentizität in den Unterricht zu bringen war fantastisch. Man muss zwar zugeben, dass es zu Beginn etwas zäh lief und die SchülerInnen ein wenig eingeschüchtert wirkten, aber die Rückmeldungen der Klasse im Nachhinein waren durchweg sehr positiv. Es ließ sich außerdem beobachten, dass die angesprochenen Inhalte bei einigen Schülern eindeutig hängen geblieben waren. Ein Schüler konnte z.B. noch zwei Wochen später zwei Sätze Gälisch aus dem Stehgreif aufsagen.


Feedbackkultur während und zum Abschluss des Irlandprojekts

gruppenarbeit war in unserem Projekt ein zentraler Bestandteil und sollte nicht ohne Feedback von allen Beteiligten ablaufen. In den Materialien, die wir zu Beginn des Projekts verteilt haben waren, wie im ersten Teil der Projektbeschreibung besprochen, unter anderem auch Feedbackbögen enthalten. Es war usere Intention, den SchülerInnen eine Stimme zu geben, mit der sie sich über die Arbeitsweisen und das Engagement innerhalb ihrer Gruppe positiv wie negativ Gehör verschaffen konnten. Die Feedbackbögen wurden einmal zur Mitte des Projekts und einmal zum Ende des Projekts ausgefüllt und eingesammelt. Das Feedback wurde jedesmal anonym ausgefüllt.
Anschließend konnten wir die Informationen bündeln und den einzelnen SchülerInnen der Klasse zuordnen. Nach dem ersten Durchlauf, also auf der Hälfte des Projekts, konnten wir die Hinweise nutzen um besser zu wissen, worauf wir bei jeder der Gruppen achten mussten. Am Ende des Projekts haben wir das Schüler-Feedback zusammen mit unseren eigenen Beobachtungen genutzt, um für jede/n SchülerIn eine Beurteilung für das Projekt zu schreiben. Dieses persönliche Feedback teilte sich auf in Stärken, Besorgnisse und Tips für das zukünftige Arbeiten. Uns war wichtig, dass die Klasse wusste, dass jeder Feedbackbogen mit in die Beurteilung eingeflossen war, wir als Lehrpersonen aber die Auswertung und die Verantwortung übernommen haben. Die Feedbacks sollten so den Charakter von einer Beurteilung durch Mitschüler und durch uns Lehrpersonen bekommen.


Reflexion

Zeitplan

Wir hatten uns mit dem Irland Projekt für drei Wochen in der Unterstufe viel vorgenommen und ich muss gestehen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass der Zeitplan so gut einzuhalten ist. Die genaue Planung, die vom Start weg zeitliche Transparenz den SchülerInnen gegenüber und der schüleraktiven Methoden, mit denen die Gruppen in die Verantwortlichkeit für ihre Ergebnisse gezogen wurden haben sicherlich ihren Teil dazu beigetragen. Es lag aber sicher auch daran, dass sich einige SchülerInnen durch übermäßigen Einsatz hervorgetan haben.

Methodik

Wir wollten die Klasse mit dem Projekt ein Stück in ihrer Entwicklung zur Sebstständigkeit und in Zusammenarbeit unterstützen und ich glaube, dass wir dieses Ziel erreicht haben. Zu jeder Zeit mussten sich die SchülerInnen darüber bewusst sein welche Arbeitsschritte sie gemeinsam erledigen und was sie untereinander aufteilen und durch die gegenseitige Beurteilung waren sie nicht mehr nur vor der Lehrperson sondern einander gegenüber verantwortlich für ihre Mitarbeit.

Inhalte

Wir haben sechs verschiedene Inhalte mit Bezug auf Irland in der ersten Phase des Projekts untergebracht. Einige dieser Inhalte konnten dabei aufgrund ihrer Komplexität nur an der Oberfläche angekratzt werden. Als Einstieg in die Landeskunde Irlands war dies aber ausreichend. Ob man im Englischunterricht der Unterstufe tiefer gehen will, bleibt jedem Lehrer selbst oder/bzw. dem Lehrplan überlassen. Irland Experten sind unsere Schüler nach den drei Wochen sicher noch nicht. Sie haben aber zumindest eine optimale Grundlage um jedes Thema mit Irlandbezug differenzierter kennenzulernen und in einen bekannten Kontext einbauen zu können.
Die sprachliche Arbeit in unserem Unterricht wurde durch die Präsentationen und das Hörspiel forciert. Hier mussten die SchülerInnen ihre Kentnisse in best möglichem Englisch darstellen und besprechen. Einige waren gezwungen abzulesen, andere konnten frei und flexibel agieren, aber alle haben eine gute Portion Übung in der ‘target language’ gehabt. Eingebettet in den interaktiven dynamischen Kontext halte ich dies für sinnvollere Übungsphasen als künstlich herbeigeführte Gesprächsphasen im klassischen Unterricht. Es kostet allerdings auch mehr Zeit und ist aufwendiger in der Vorbereitung. Dadurch kann es nicht gleich zum Standard für den Schulalltag werden, es lohnt sich aber dennoch, zumindest gelegentlich in Erwägung gezogen zu werden.

Das war die Beschreibung unserer Irland Reihe. Ich bin überzeugt, dass die drei Wochen bei dem ein oder anderen im Gedächtnis bleiben und wir einige unserer Lernziele erreichen konnten. In jedem Fall werde ich die Reihe in einer anderen Klasse zu einem passenden Zeitpunkt wiederholen. Vielleicht oder wahrscheinlich mit angemessenen Änderungen, aber auf jeden Fall mit der gleichen Grundidee.

Wie immer freue ich mich in den Kommentaren über Anregungen und Ideen zu dieser Unterrichtsreihe und lese auch sehr gerne Verbesserungsvorschläge.

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