Irland Projekt in der Unterstufe

16 May

Landeskunde ist neben der Sprache einer der wichtigsten Bereiche im Englischunterricht. Schön, dass sich beides oft erstklassig verbinden lässt. Diesen Frühling haben wir in unserer Klasse ein Projekt durchgeführt, in dem unsere Schüler und Schülerinnen die Chance hatten Irland zu erkunden.

Die Phasen des Irlandprojekts

Der Umfang der Unterrichtsreihe war für uns drei Wochen á jeweils drei Unterrichtseinheiten. Damit war es allerdings sehr knapp bemessen und wir mussten an einigen Stellen sehr puschen. An dieser Stelle ein großes Lob an die SchülerInnen, die mit extra Aufwand dafür gesorgt haben, dass ihre Gruppen die ihnen gestellten Aufgaben erfüllen konnten.

Das Projekt war ein echter Erfolg. Wir hatten zwar in den Gruppen mit den üblichen Problemen wie bei der ‘target-language’ zu bleiben und der gerechten Verteilung des Arbeitsaufwandes auf die einzelnen Gruppenmitglieder zu kämpfen. Genau diese Probleme konnten wir aber durch die Einhaltung einiger Prinzipien für lohnende Gruppenarbeit fruchtbar nutzen.
Auch sonst konnten wir uns bei diesem Projekt in vollen Zügen aus dem Methodenkoffer bedienen – ein wahres Feuerwerk an schüleraktivem Unterricht.

Grundlagen und Hintergründe des Projektes

Hauptlernziel der Unterrichtsreihe war neue Erkenntnisse über Irland zu erlangen. Offensichtliches Teillernziel war die sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern und Kommunikation in englischer Sprache zu üben.
Neben diesen typischen Lernzielen für den Fremdsprachenunterricht bestand über die gesammte Projektdauer zusätzlich ein ausgeprägter Fokus auf die Verbesserung von Arbeitsweisen und dazugehörige soft-skills wie Zeitmanagement und Teamwork, sowie auf die Weiterentwicklung der Fähigkeit sich zu präsentieren und zu representieren.
Welche Methoden wir dazu genau genutzt haben wird demnächst in einem extra Artikel detailliert besprochen. Einiges wird in der Beschreibung des Projektes hier aber schon angeschnitten.


Vorbereitung und Durchführung der Irland Ausstellung

Der erste Teil des Projektes war eine offene ‘research-task’. Die Klasse wurde in sechs gleichmäßig große Gruppen eingeteilt und jede Gruppe bekam ein Irland-spezifisches Thema zugewiesen. Mit dem Start in diesen Projektabschnitt wurde jede(r) SchülerInn mit einem Projekt-Paket aus einem Zeitplan für das Projekt, einführenden Informationen in die jeweiligen Themen, einem vorbereitenden Fragenkatalog für die Irland Ausstellung und einem assessment sheet für die gegenseitige Beurteilung ausgestattet. In einem extra Artikel wird ausführlich der Einstieg in das Irlandprojekt inklusive dem dazu genutzten Material besprochen.
Die nächsten zwei Unterrichtseinheiten hatte die Klasse damit zu tun ihre Themen durchzuarbeiten und für die Irland Ausstellung vorzubereiten. Jede Gruppe hatte die Aufgabe ein Plakat mit den wichtigsten Aspekten ihres Themas zu gestalten. Dazu konnten sich die SchülerInnen an den zur Verfügung gestellten Materialien orientieren und vertiefende Nachforschungen in der Schulbücherei und in verschiedenen Internet Quellen anstellen. Zusätzlich zu den Plakaten hatten die Gruppen die Aufgabe eine Präsentation vorzubereiten, mit der sie ihr Plakat und das Thema ihrer Gruppe bei der Irland Ausstellung vorstellen konnten.
Am Tag der Präsentationen wurden die Gruppen neu gemischt. Aus sechs Gruppen mit je fünf Mitgliedern wurden nun fünf Gruppen mit je sechs Mitgliedern. Jede Gruppe hatte nun jeweils einen Experten zu jedem Thema. Im Stil eines Museumsrundgangs wurden nun gleichzeitig an fünf Plakaten kurze Präsentationen abgehalten. Nach jeweils fünf Minuten wurde im Uhrzeigersinn zum nächsten Plakat gewechselt. Durch diese Art der Präsentation wird die zur Verfügung stehende Unterrichtszeit optimal genutzt. In ca. 30 Minuten (die Wechselzeiten mit eingerechnet) finden 30 kurze Präsentationen á fünf Minuten statt und keiner kann sich vor der Präsentation drücken.
Auf diese Weise hat jeder Schüler die gleiche Verantwortung und steht vor der selben Herausforderung. Solange diese Anforderungen klar kommuniziert werden und die Durchführung transparent dargestellt wird, motiviert diese methode auch zuvor bereits bei der gruppenarbeit in der Vorbereitung konstruktiv mitzuwirken.

Eine detailliertere Beschreibung des ersten Projektabschnitts mit genauen Angaben zur Organisation, dem genutzten Material und Hinweisen, was es es bei der Durchführung zu beachten gibt folgt bald in einem eigenen Artikel.

In diesem Artikel geht es auf der nächsten Seite mit dem Ausflug nach Irland, der Produktion eines Hörspiels und dem großen Projekt-Finale weiter.

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5 Responses to “Irland Projekt in der Unterstufe”

  1. lou 13. Mar, 2011 at 12:18 pm #

    Super Konzept, wahnsinnig viel Aufwand aber sehr spannend!
    Zwei Fragen: in welcher Klassenstufe habt ihr das Projekt durchgeführt und in welcher Schulform?

  2. Jonas Schüler 13. Mar, 2011 at 12:35 pm #

    Hi Lou,

    wir haben das Projekt am Ende der achten Schulstufe am Gymnasium durchgeführt.

    Du hast schon recht, es ist recht viel Aufwand und es war hier und da vielleicht auch noch etwas zu anspruchsvoll. Das ganze geht in der neunten oder sogar in der zehnten Klasse sicher auch noch, wobei dann natürlich nie Erwartungen an die Ergebnisse wachsen :-)

  3. lou 13. Mar, 2011 at 3:05 pm #

    Hi Jonas

    danke für die schnelle Antwort! Ja, ich denke auch, in der 10. Klasse könnte es u.U. noch besser klappen (zumal in den Unterrichtsbüchern das Thema Irland auch oft erst dann auftaucht, zumindest in NRW).
    Es erscheint mir, als erhalten die SuS zu Beginn des Projektes eine ganze Menge an Zetteln und Informationen. Wie war eure Erfahrungen hiermit? Herrschte Verwirrung/Überforderung oder war es ok?

  4. Jonas Schüler 13. Mar, 2011 at 4:53 pm #

    Wir hatten das Gefühl, dass die SuS mit der “Informationsflut” zu Beginn des Projekts gut zurecht gekommen sind, haben uns aber im Vorfeld ähnliche Gedanken gemacht wie du. Ich glaube die erste Stunde des Projekts ist dabei entscheidend. Die Erklärung der Arbeitsweisen während der Projektphase, die Gruppeneinteilung und das anschließende erste Eintauchen in die jeweils zugewiesenen Themen hat bei uns so viel Neugier geweckt, dass die SuS die letzten 20min der ersten Stunde bereitwillig die Texte zu ihrem Thema gelesen haben.
    Vielleicht sieht es hier in der Projektbeschreibung auch nach mehr aus, als es ist. Arbeitsmaterial an sich hat jeder Schüler und jede Schülerin erst in der zweiten Hälfte der ersten Stunde bekommen. Alles davor ist organisatorisches, um die Qualität der Gruppenarbeiten zu gewährleisten und die Mitschüler-Evaluation zu fördern. Da hängt es natürlich auch davon ab wieviel man mit den selben Schülern zuvor schon mit ähnlichen Methoden gearbeitet hat.

    Wir hatten schon das Gefühl, dass es viel war, aber es war nicht zu viel. 😉

  5. lou 13. Mar, 2011 at 11:46 pm #

    Alles klar, super! Vielen Dank :) und weiter so!

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