Think! Pair! Share! – Unterrichtsprinzip mit kleinem Aufwand und großem Effekt

17 Jun

In der Übersicht habe ich Think! Pair! Share! bei den Unterrichtsmethoden aufgeführt, es handelt sich aber eigentlich mehr um ein Prinzip, bei dem es sich lohnt, es im täglichen unterrichten einfach im Hinterkopf zu haben.

Entstammend aus dem kooperativen Lernen geht es bei Think! Pair! Share! (also denken, austauschen und teilen) darum die SchülerInnen dazu anzuregen sich in kurzen Zwischenschritten graduell mit einer Frage zu beschäftigen um nach kurzer Zeit eine Antwort zu entwickeln und diese mit der Klasse zu teilen. Think! Pair! Share! kann mit etwas Übung vielfach im täglichen Unterricht angebracht werden und führt in den meisten Fällen zu einem deutlichen Anstieg der Unterrichtsbeteiligung.

In diesem Artikel gibt es eine kurze Beschreibung und zwei Beispiele zu Think! Pair! Share! im Schulalltag.


Das Prinzip von Think! Pair! Share! ist simpel.

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1. Think!

    Eine Frage wird gestellt und den SchülerInnen wird ein kurzer Moment gegeben, sich darüber Gedanken zu machen. Dieser Moment kann offen zeitlich begrenzt werden, was häufig den Effekt hat, dass die SchülerInnen sich ohne Verzögerung intensiver auf die Frage konzentrieren.

    Beispiel: “Denkt bitte 30 Sekunden darüber nach, was wir in der letzten Stunde besprochen haben.”

    2. Pair!

      Nach Ablauf der Zeit sollen sich die SchülerInnen mit ihrem Sitznachbarn austauschen, woran sie sich erinnern können, bzw. welche Überlegungen sie gemacht haben. Sie haben dafür wieder eine fixe Zeitspanne, je nach Anspruchsniveau der Frage.

      Beispiel: “Tauscht euch mit eurem Sitznachbarn darüber aus, woran ihr euch aus der letzten Stunde erinnern könnt.”

      3. Share!

        Nun wird durch Zufall ein/e SchülerIn ausgewählt um die Antwort auf die Frage zu geben. Nutzt man regelmäßig den Zufall, ist relativ sicher, dass sich wenige bis keine SchülerInnen zurücklehnen, weil jede/r mit der gleichen Wahrscheinlichkeit eine Antwort parat haben sollte.

        Das Think! Pair! Share! Prinzip lässt sich beliebig im Unterricht einsetzen. Die meisten kooperativen Lernformen, die ich hier im Blog bisher beschrieben habe bauen auf genau dieser Grundlage auf, aber auch ohne aufwendig vorbereitete Gruppen- oder Partnerarbeit kann z.B. der klassische Frontalunterricht durch Think! Pair! Share! wie im Beispiel oben aufgelockert und deutlich verbessert werden.

        Mit der methode werden SchülerInnen zur Mitarbeit angehalten und erhalten durch den Austausch untereinander sofortiges, individuelles und persönliches Feedback zu dem, was sie sich zu der gestellten Aufgabe gedacht haben. Oft ist bei Fragen mit eindeutiger Antwort der dritte Schritt, das Teilen, nurnoch dem Komplettierungszwang und der Vollständigkeit geschuldet, weil man als Lehrperson bereits zuvor erkennen kann, dass die gesamte Klasse die Antwort kennt.

        Ein lockeres Beispiel aus meinem Englischunterricht könnte z.B. so aussehen, wobei die Frage hier frei erfunden ist:

        “What happens at the end of chapter three?” kurze Pause bis sich ein paar Finger heben “If you don’t know yet, look around and find someone who can tell you what happens.” Wieder kurze Pause bis die Gespräche untereinander abebben. “Ok, again. What happens at the end of chapter three?” Anschließend kann ein/e SchülerIn dran genommen werden.

        Jetzt könnte argumentiert werden, dass es doch wenig sinnvoll ist, die SchülerInnen anzuhalten sich gegenseitig vorzusagen, aber im alltäglichen Unterricht befinden wir uns ja nicht in einer Prüfungssituation sondern meistens in einem Unterrichtsgespräch. Mit der Think! Pair! Share! methode werden deutlich mehr SchülerInnen an diesem Gespräch beteiligt, als wenn sofort jemand die Antwort präsentiert und das Vorsagen passiert so oder so spätestens wenn ein/e SchülerIn nach der Antwort gefragt wird.

        Meine Erfahrungen mit diesem Unterrichtsprinzip sind durchgehend positiv. Ich freue mich in den Kommentaren von euren Erfahrungen zu lesen.

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        3 Responses to “Think! Pair! Share! – Unterrichtsprinzip mit kleinem Aufwand und großem Effekt”

        1. Constantin 20. Nov, 2010 at 11:05 pm #

          Tolle Seite!
          Habe zwar bisher nur einen kleinen Teil erkundet, finde aber diesen Artikel hier z.B. schon toll zum Vergleichen. :-) Think-Pair-Share baue ich auch so oft wie möglich ein, da es echt flexibel einsetzbar ist – auch in spontanen Unterrichtssituationen. Wie motivierend doch das Zufallsprinzip sein kann 😉

        2. Nadja 07. Mar, 2013 at 1:39 pm #

          Hallo,

          ich bin Referendarin und durch Zufall auf diese Seite gestossen. Die genannten Methoden sind mir aus dem Seminar bekannt, aber es ist schön sie so ausführlich und mit Bezug zum Schulalltag zu lesen. Danke, dass du dir die Mühe machst und deine Erfahrung mit anderen teilst.
          Think-Pair-Share nutze ich auch sehr gerne, da es schnell geht und viele beteiligt sind. Zudem ist der Vorbereitungsaufwand sehr gering, was im Ref nicht unerheblich ist.

        3. Jonas Schüler 07. Mar, 2013 at 1:53 pm #

          Das stimmt! Think-Pair-Share lässt sich wirklich sehr gut spontan einsetzen, geht schnell und hat einen großen Effekt, da alle mit einbezogen sind.

          Freut mich, das die der Artikel gefällt. Du darfst die Seite gern in deiner Ref-Gruppe weiterempfehlen :-)

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