5 Tipps für lohnende Gruppenarbeit im Unterricht

19 May

Um dem klassischen Frontalunterricht zu entkommen bietet sich als Organisationsform die Arbeit in Gruppen an. Gruppenarbeit bietet für die Erarbeitung von Inhalten in vielerlei Hinsicht ein äußerst viel versprechendes Potential. Gleichzeitig birgt es aber auch die Gefahr, dass wertvolle Unterrichtszeit wirkungslos verpufft, wenn die SchülerInnen keine klare Struktur erkennen können. Häufig werden Arbeitsphasen in Gruppen bei unpassender Organisation als Möglichkeit gesehen andere arbeiten zu lassen und sich selbst eine Auszeit zu nehmen.
Ich habe hier allgemeine Tips in einer Art Checkliste zusammengetragen. Wenn Gruppenarbeit im Unterricht nicht zu einer Farce werden soll, ist es wichtig sich in der Vorbereitung Gedanken zu diesen Aspekten zu machen, bevor die Gruppenarbeit beginnt:

1. Gruppeneinteilung
2. Klare Vorgaben
3. Individuelle Rollen !Tipp!
4. Material
5. Verantwortung
6. Fazit

Viel Spaß beim Lesen und ich hoffe, dass etwas Interessantes oder Inspirierendes für dich dabei ist.

Über oben genannte Dinge sollte sich jede Lehrperson im Vorfeld der Gruppenarbeit klar sein, denn es handelt sich um Aspekte, deren Beachtung bei der Planung von Gruppenarbeit notwendig und vor allem lohnenswert ist. Gruppenarbeit an sich ist schnell geschehen, kurz einteilen und los geht’s. Aber wenn das echte Potential von Gruppenarbeit ausgeschöpft werden soll ist differenzierte Planung notwendig, damit das Vorhaben nicht bereits vor dem Start zum Scheitern verurteilt ist.
Zum Glück gibt es ein paar einfache Möglichkeiten, mit denen Gruppenarbeit für den Unterricht fruchtbar gestaltet werden kann damit sie ihrem Potential gerecht wird.

1. Wie gestalte ich die Gruppeneinteilung?

Jede Gruppenarbeit fängt mit der Einteilung der Gruppen an. Wer mit wem und wie viele sollen jeweils zusammenarbeiten. Zunächst muss die Entscheidung getroffen werden, ob die Einteilung gesteuert wird, zufällig erfolgt oder die SchülerInnen sich ihre Gruppen selbst zusammenstellen dürfen.
Eine zufällige bzw. vom Lehrer gesteuerte Einteilung hat einen entscheidenden Vorteil: sie ist authentisch. Wenn es um Zusammenarbeit und Teamwork geht kann man sich im Leben in den seltensten Fällen aussuchen, mit wem man zusammen arbeitet. Da Schule auf das Leben vorbereiten soll ist es logisch, dass schon hier geübt wird mit verschiedenen Charakteren ein Team zu bilden.
Die zufällige Einteilung hat gegenüber der vom Lehrer gesteuerten Einteilung weiters den Vorteil, dass die Lehrperson gewissermaßen aus der Verantwortung gezogen wird. Das oben stehende Argument der nicht frei wählbaren Co-Worker gewinnt damit noch an Kraft, weil die SchülerInnen sich nicht in Argumente flüchten können, bei denen sie der durch die Lehrperson vorgenommenen Gruppeneinteilung die Schuld an evtl. nicht erbrachtem Arbeitserfolg geben. Jede(r) in der Klasse hat so die gleichen Voraussetzungen. Es sollte jedoch in den meisten Fällen zufällig eingeteilt werden, denn durch viele zufällige Gruppeneinteilungen entsteht letztlich wieder ein Gleichgewicht.
Von den sympathie-gesteuerten Gruppeneinteilungen durch die SchülerInnen selbst ist in den meisten Fällen abzuraten, da zum einen immer die selben Gruppen und zum anderen meist sehr leistungshomogene Gruppen entstehen. Letzteres ist für die leistungsstarken SchülerInnen optimal, lässt die übrigen Gruppenarbeiten aber hinten anstehen und ist didaktisch fragwürdig. Damit ist zwar nicht gemeint, dass frei gewählte Gruppen keinen Platz in qualitativem Unterricht haben, aber, dass die Art der Gruppeneinteilung wohl überlegt werden muss.
Es ist über dies durchaus auch möglich die Einteilung der Gruppen nur zu einem Teil zufällig zu machen, also die Typen der Gruppeneinteilung zu mischen. Wie das geht und Beispiele für Methoden zur Gruppeneinteilung bespreche ich in einem eigenen Artikel, der demnächst hier erscheinen wird.

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit der Frage, welche Vorgaben bei Gruppenarbeiten unbedingt gemacht werden sollten und wie man Gruppenarbeit mit einfacher Verteilung individueller Rollen qualitativ deutlich aufwerten kann.

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5 Responses to “5 Tipps für lohnende Gruppenarbeit im Unterricht”

  1. Sarah 17. Oct, 2010 at 2:53 pm #

    Super Seite. Alle Informationen gut zusammengefasst. Genau das habe ich gesucht! Danke!

  2. Jonas Schüler 18. Oct, 2010 at 6:56 pm #

    Danke für das positive Feedback :-)

  3. Nadine 05. Jul, 2011 at 4:33 pm #

    Da kann ich mich Sarah nur anschließen. Danke!

  4. Peter 22. Feb, 2012 at 8:51 am #

    Interessante Regeln. Was für den Unterricht gilt, finden wir auch im Berufsleben wieder: http://www.peterglowka.de/5-regeln-fuer-erfolgreiche-gruppenarbeit/

  5. Daniela 24. Jul, 2012 at 10:30 am #

    Es ist schön zu wissen, dass es Menschen/Lehrkräfte gibt, die sich die selben Gedanken machen wie man selbst. Und das tolle auf dieser Homepage ist, dass hier einige sehr gute Antworten zu den Fragen sind, die ich mir gestellt habe. Vielen Dank!

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