Unterrichtsmethode: Gruppenpuzzle

17 Jun

Das Gruppenpuzzle ist eine effiziente Form der gruppenarbeit, die sich vor allem dazu eignet komplexe Themen schülergerecht zu erfassen. Dabei werden die Inhalte aufgespalten und von verschiedenen Gruppen erarbeitet bevor sich diese Gruppen zusammentuen um das Erarbeitete wiederum zu einem Ganzen zusammen zu setzen. In diesem Artikel beschreibe ich, wie an diese Unterrichtsmethode heranzugehen ist, was bei der Planung zu beachten ist und werde Beispiele der Umsetzung anführen.




Didaktischer Hintergrund des Gruppenpuzzles

Der Sinn hinter der Unterrichtsmethode Gruppenpuzzle ist genau wie beim Partnerpuzzle die Aufspaltung eines komplexen Themas in mehrere Unterthemen, die dann ihrerseits für die SchülerInnen leichter verständlich und verdaubar werden. Bei der Erarbeitung fokussieren die SchülerInnen zunächst ihre Energie auf eines der Unterthemen und erläutern sich anschließend gegenseitig die Inhalte, an denen sie noch nicht gearbeitet haben.

Durch die wechselnden Rollen in denen sich die SchülerInnen während der Erarbeitung befinden werden vielfältige und abwechslungsreiche Situationen geschaffen. Die SchülerInnen wechseln kontrolliert von der Lern- in die Lehrrolle und zurück, wobei sie selbst erarbeitete Inhalte festigen und mit neuen Inhalten, die ihnen von den MitschülerInnen erklärt werden verknüpfen.

Die Planung und Durchführung des Gruppenpuzzles.

Voraussetzung für ein Gruppenpuzzle ist, dass ein Thema in Unterthemen gegliedert werden kann, die nicht bzw. wenig voneinander abhängig und für sich schlüssig sind. Lässt sich das angesagte Thema lediglich in zwei Unterthemen teilen, bietet sich zur Erarbeitung unter ähnlichen methodischen Bedingungen eher die Unterrichtsmethode Partnerpuzzle an. Für das Gruppenpuzzle gibt es verschiedene Organisationsformen, die je nach Unterrichtssituation unterschiedlich angebracht sind. Im Optimalfall ist die Lerngruppe ein Vielfaches von der Anzahl der Unterthemen, so dass die Gruppentische ausgeglichen gebildet werden können. Der Einfachheit halber bleibe ich bei meinen Ausführungen bei dieser Situation.

Der methodische Ablauf des Gruppenpuzzles teilt sich in drei Schritte:

  1. Einzelarbeit in Stammgruppen
  2. Austausch, Ergänzung und Vertiefung in Expertengruppen
  3. Zusammenfügen und Verknüpfung in den Stammgruppen

Gruppenpuzzle 300x205 Unterrichtsmethode: Gruppenpuzzle

1. Einzelarbeit in Stammgruppen

Jedes Gruppenmitglied erarbeitet nun am eigenen Abschnitt, wobei es sehr hilfreich ist für jeden Abschnitt Leitfragen bereitzustellen, an denen sich die SchülerInnen orientieren können. Mit diesen Leitfragen kann auch gesteuert werden, dass die Ergebnisse  der Gruppenmitglieder zueinander passen und sich im letzten Schritt des Gruppenpuzzles problemlos zusammenfügen und verknüpfen lassen.

2. Austausch, Ergänzung und Vertiefung in Expertengruppen

Im zweiten Arbeitsschritt des Gruppenpuzzles werden die Stammgruppen vorübergehend aufgelöst und Expertengruppen gebildet. Ähnlich wie bei der Unterrichtsmethode partnerpuzzle wird in diesem Arbeitsschritt das eigene Unterthema mit Gleichgesinnten vertieft und gefestigt.

3. Verknüpfung der Unterthemen in den Stammgruppen

Im dritten Arbeitsschritt werden die Expertengruppen aufgelöst und die SchülerInnen kommen in den ursprünglichen Stammgruppen zusammen. Hier werden in einer vorher festgelegten Reihenfolge die Unterthemen nacheinander vorgestellt und erörtert. Anschließend werden Verknüpfungen herausgearbeitet um das Thema als Ganzes darstellen zu können.


Variationen und Beispiele für Gruppenpuzzle

Variationen in der Organisationsform

Wie bei allen Unterrichtsmethoden gibt es eine optimale Aufteilung, da aber nie vorausgesagt werden kann wie viele SchülerInnen am Tag X nun wirklich anwesend sind, muss es flexible Möglichkeiten der Anpassung geben. Für das Gruppenpuzzle ist die empfehlenswerteste Anpassung bei nicht genau aufgehenden Schülerzahlen das Aufstocken der Stammgruppen. Es ist weniger ratsam aus den übrigen SchülerInnen eine unvollständige Stammgruppe zu bilden, da diese Gruppe nicht in der Lage sein wird das Thema als Ganzes darzustellen und in jedem Fall Lücken entstehen. Mehr als einen Experten zu einem Teil der Unterthemen ist für die Lernziele eindeutig besser zu verkraften. Es sollte aber darauf geachtet werden das die Stammgruppen trotzdem einigermaßen gleichmäßig groß sind.

Einfaches Beispiel für ein Gruppenpuzzle

Wir stellen uns vor, dass die Klasse die Verhältnisse zwischen Charakteren einer Geschichte darstellen sollen. Jedes Unterthema umfasst nun einen Charakter, der in den Expertengruppen charakterisiert und in den Zusammenhang der Geschichte eingeordnet wird. Anschließend kommen die Stammgruppen wieder zusammen und fügen ihre Ergebnisse zu einer Art Soziogramm der zu besprechenden Geschichte zusammen.

Möglicherweise folgen in Zukunft weitere Beispiele für das Gruppenpuzzle nachdem ich sie im Unterricht getestet habe oder wenn jemand anderes ein gelungenes Beispiel hat und hier veröffentlichen möchte.

Wenn ihr schon Erfahrungen mit der Unterrichtsmethode Gruppenpuzzle gemacht habt, freue ich mich über euren Kommentar!

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