Was bedeutet Freiarbeit?

2 Apr

Nicht ‘Frei’ für LehrerInnen

Bei der Beobachtung von Freiarbeit scheint es manchmal so, als würde sich die Lehrperson im Unterricht ausruhen bzw. wirkt sie quasi ‚arbeitsos‘. Wenn Freiarbeit gut funktioniert beschäftigen sich die SchülerInnen fleißig mit den Arbeitsaufträgen und dem Lehrer/ der Lehrerin scheint zum großen Teil nur noch eine Aufsichtsrolle zu bleiben. Tatsächlich bedeutet Freiarbeit im Vergleich zu klassischem Frontalunterricht aber meistens mehr Arbeit und differenziertere Aufmerksamkeit für das Geschehen im Klassenzimmer. Grundsätzlich hat die Lehrperson bei Frontalunterricht und Freiarbeit ganz unterschiedliche Rollen.

Die Lehrperson als Referent: Frontalunterricht

Wenn die SchülerInnen auf ihren Plätzen sitzen und die Lehrperson referriert – also den primären Sprechanteil im Klassenzimmer hat – während die Klasse aufmerksam zuhört haben wir die Situation des klassischen Frontalunterrichts. Diese Art von Unterricht hat in einigen Situationen ihre Berechtigung in der Schule. Besonders schwierige und komplizierte Sachverhalte sollten differenziert und strukturiert an die SchülerInnen herangetragen werden. So können kurze Frontalsequenzen im Unterricht hinsichtlich einzelner Aspekte schwieriger Themen vorentlastend wirken bevor offenere Methoden gewählt werden. Dabei sind die Phasen des Frontalunterrichts der genaue Kontrast von Phasen offenen Unterrichts. So wie Frontalunterricht prinzipiell das Gegenteil von Freiarbeit ist, ist die Rolle des Referenten prinzipiell das Gegenteil von der Rolle der Lehrperson während der Freiarbeit.

Lehrperson unterstützend im Hintergrund: Freiarbeit

Wenn Unterricht durch Freiarbeit geprägt ist, fällt die Lehrperson aus der ihr angestammten Rolle des referierenden Mittelpunkts der Aufmerksamkeit. Bei guter Freiarbeit reduziert sich der Anteil an Lehrervorträgen in einer Stunde auf null.
Durch die Reduktion von Lehrer-Sprechanteilen werden Recourcen frei, die individuell für die Unterstützung einzelner SchülerInnen und zur Beobachtung des Arbeitsfortschritts der SchülerInnen genutzt werden können.
Hilfe sollte wie gewohnt so formuliert werden, dass SchülerInnen in die richtige Richtung gelenkt werden, ohne die Lösungen vorgegeben zu bekommen. Dies ist in Einzelgesprächen, wie während Freiarbeit möglich ist sicher besser realisierbar als bei Frontalunterricht. Bei eingespielter Freiarbeit sind die SchülerInnen so routiniert und die Lehrpersonen in der Vorbereitung so geübt, dass sich der Bedarf an Hilfestellungen drastisch reduziert. So wird die Zeit, die der Lehrperson für Beobachtung zur Verfügung steht kontinuierlich gesteigert. Ratsam ist es, sich für die Stunden der Freiarbeit einen Beobachtungsbogen anzulegen.

Gute Freiarbeit braucht sehr gute Vorbereitung

Wie oben erwähnt muss die Vorbereitung für Freiarbeit geübt und entwickelt werden. Vorbereitung für Freiarbeit ist gerade zu Beginn oft aufwendig und mühsam, da viele Aufgabenstellungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und präzisen aber unkomplizierten Anweisungen die Voraussetzung für gute Freiarbeit sind.
In der Reihe zur Freiarbeit hier im SchuelerEcke – SchulBlog wird in kürze ein Artikel mit Tipps und Tricks für die Planung und Durchführung von Freiarbeit erscheinen.

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One Response to “Was bedeutet Freiarbeit?”

  1. Carmen 10. Jun, 2011 at 12:17 pm #

    Freiarbeit ist eine gute Möglichkeit, die Schüler beim Lernen zu motivieren. Durch so gestaltete Arbeitsaufgaben wird die Neugier bei den Schüler geweckt und dadurch die Motivation. Somit ist das Ziel erreicht, denn nur motivierte Schüler lernen wollen.

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